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Nichts machen, nur sehen

Um den Weg aus der Angst zu finden, musst Du nicht groß etwas machen. Manch einer wird nun sagen: Hurra. Aber gerade das Nichts-Machen ist das Schwierige.


Tatsächlich heilt Deine Aufmerksamkeit. Das Licht Deiner Bewusstheit. Alles, was gesehen wird, heilt von selbst. Das ist aber gar nicht so einfach, denn normalerweise glauben wir alle unseren Gedanken. Was wir sehen und zwar den ganzen Tag, sind nur unsere Gedanken. Wie festgenagelt stieren wir den ganzen Tag in unseren Kopf und schauen uns selbst beim Denken zu. Dann glauben wir diese ganzen Gedanken auch noch und damit beginnt das ganze Leben zu sterben, schwer und eine Last zu werden, wir leben in Geschichten und nicht mehr im Leben. Das ist eine Gewohnheit, die wir uns angewöhnt haben, seit wir denken können.


Um aus einer Gewohnheit herauszukommen, muss man nichts machen, man muss sie sein lassen. Man muss es nur feststellen, wann sich die Gewohnheit wieder bemerkbar macht und dann steigt man nicht mehr auf die Gewohnheit ein. Das erfordert Wachheit und Aufmerksamkeit oder Achtsamkeit.


Die Gewohnheit, immer alles kontrollieren zu müssen, wurde uns von anderen Menschen beigebracht, die auch kontrolliert haben. Sie haben uns einfach das beigebracht, was sie selbst wussten. So wurden wir manipuliert, unser Bewusstsein wurde vollgestopft mit Wissen und Dingen, die überhaupt nichts mit uns selbst zu tun haben. Aufzuwachen aus der Manipulation der Gedanken anderer Menschen, die man sich vor Jahren oder Jahrzehnten reingezogen hat und seinen Wissenspeicher einmal leer zu machen, ist ein Anfang. Wer sich selbst und sein Leben leben möchte, muss erst einmal herausfinden, was er denn selbst eigentlich will. In der Regel ist das gar nicht so einfach, denn man richtet sich ständig danach, was andere wollen.


Sich selbst zu leben, sich selbst zu vertrauen und selbständig zu denken ist etwas, das eine Portion Mut erfordert. Aber wer sein Leben lebt anstatt das Leben anderer, der hört auch auf, Angst zu haben. Das hat nichts damit zu tun, dass man dann zum Egoisten wird. Wer zu sich selbst findet, stellt fest, dass alles, was ist, auch mit ihm zu tun hat und dass er sich von allem, was ist, nicht unterscheidet. Da wäre jeder Egoismus eine Selbstverletzung.


Der Weg zu sich selbst und der Weg ins Leben ist ein Weg der Akzeptanz und der Liebe. Es ist ein Weg der Dankbarkeit und Ehrlichkeit. Sich selbst treu zu bleiben, hinter sich selbst zu stehen, sich frei zu machen von Schuldgefühlen und von falschen Vorstellungen, wirkt sehr befreiend. Es ist kein Weg in den Egoismus, sondern vielmehr ein Weg zu viel mehr Menschlichkeit, Verständnis und Nächstenliebe und das, obwohl man voll und ganz sein eigenes Leben lebt.


Jeder, der atmen kann, kann das. Es ist nichts besonderes dafür erforderlich, keine besondere Intelligenz, kein besonderes Können und keine besonderen Fähigkeiten. Man muss nur anfangen, wach zu werden aus der Hypnose des Ich/Ego.