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Das Jetzt


Du glaubst immer, Du müsstest etwas erreichen, um endlich glücklich zu sein. Das fängt schon ganz früh an. Wenn Du klein bist, glaubst Du, wenn ich erst in die Schule komme, dann bin ich groß, das ist es dann. Wenn Du in der Schule bist, wartest Du drauf, dass die Schule endlich zu Ende ist und Du endlich ins Berufsleben starten kannst.

 Ist es soweit, dann sehnst Du Dich nach der Schule zurück und vielleicht hoffst Du auf die große Freiheit, wenn Du endlich volljährig bist. Aber es ändert sich auch dadurch nichts, dann glaubst du, wenn ich endlich einen Freund habe oder endlich verheiratet bin, dann bin ich glücklich. Kaum hast Du das erreicht, kommt der nächste Wunsch – ein Kind, eine eigene Wohnung, ein Haus, ein Auto, die Karriere......



Schau auf Dein Leben, war es nicht immer so? Merkst Du nicht, dass Du in einem endlosen Kreis von Wünschen gefangen bist? Dass die Erfüllung des einen Wunsches die Geburt des nächsten Wunsches ist? Woran liegt das?



Weil der Geist niemals zufrieden ist und sucht und sucht und sucht.....

Nichts ist so schwer auszuhalten wie Zufriedenheit. Hast Du alles erreicht, gibt es nichts mehr, was Du noch anpeilen könntest, weil Du schon alles hast, die Familie, die Kinder, das Haus, den Job....., dann kommt die Unzufriedenheit wieder gekrochen, dann bist Du unzufrieden mit Dir selber. Irgendwie wird es sinnlos, irgendwie wird es leer, Du redest Dir ein, für die Kinder oder die Familie zu leben und weißt trotzdem, das ist es nicht.



Wo ist die Lösung? Hör auf zu suchen. Alles, was Du suchst, gibt es gar nicht. Alles was Du suchst, ist die Zufriedenheit, die Ruhe, die Sicherheit, die Geborgenheit und Du glaubst immer, die könntest Du irgendwo erreichen, wenn Du noch etwas bekommst, was Du noch nicht hast. Sobald Du etwas erreichst, stellst Du fest, dass Dir noch etwas fehlt, das hört nie auf.



Fang an, zufrieden zu sein mit dem, was genau jetzt ist. Bring den Geist zur Ruhe, indem Du Dir klar machst, dass Du Illusionen hinter-her jagst. Was sollte Dir fehlen, Du bist doch da.


Du glaubst, Du könntest Dir noch etwas hinzufügen, damit Du besser oder vollständiger wirst, aber das geht nicht, Du machst Dich so abhängig. Immer, wenn Du glaubst, dass Du dies oder jenes noch haben müsstest, um dich glücklicher oder vollständiger zu fühlen, begibst Du Dich in Abhängigkeiten. Das ist auch so, wenn Du glaubst, ich muss erst angstfrei werden oder mir muss es besser gehen. Du machst dann Dein Leben von einem Gedanken, einer Vorstellung abhängig, einem Zustand, der jetzt nicht ist und den Du erreichen möchtest, etwas, was in der Zukunft liegt. So verpasst Du das, was jetzt ist, immer und ständig, weil Dir das, was jetzt ist, nicht gefällt.

Weil Dir das, was jetzt ist, nicht gefällt, erschaffst Du Dir in Gedanken und Phantasien eine Zukunft, die kommen soll, wo Du hin willst und diese Zukunft existiert nicht. So bist Du in einem ständigen Konflikt zwischen Vorstellungen und Realität gefangen, aus dem es kein Entkommen gibt.



Tu einmal so, als gäbe es keine Zukunft. Wenn es keine Zukunft gibt, gibt es auch keine Wünsche, keine Pläne, keine Hoffnungen, keine Ziele. Lass all das fallen, so als wäre heute Dein letzter Tag. Wenn heute Dein letzter Tag wäre, gäbe es keinen Tag mehr, an dem Du glücklicher sein könntest, gesünder, Dich besser fühlen würdest, es Dir besser gehen würde oder Du etwas erreichen könntest. Es gäbe nur noch das, was Du genau jetzt hast. Dann schau hin. Ist das nicht unglaublich viel? Warum willst du immer mehr und mehr und mehr?

Bist Du dir nicht genug?



Dein Verstand lebt niemals hier und jetzt, er gaukelt Dir vor, es gäbe eine Zukunft, aber eine Zukunft gibt es nicht, sie existiert nur in Gedanken. Das kannst Du wissen, das kannst Du glauben, aber solange Du nicht danach handelst, nützt das überhaupt nichts.

Danach zu handeln würde bedeutet, sich völlig klar darüber zu sein, auch keine Gedanken an eine Zukunft zu haben. Manche sagen in einem Atemzug: “Ja, ich weiß, dass es keine Zukunft gibt” und fragen gleichzeitig “Was koche ich morgen?”. Wenn es keine Zukunft gibt, gibt es kein Morgen.


Das Hier und Jetzt ist kein Punkt in der Zeit, es ist das Anhalten Deiner Gedanken. Wenn Du im Hier und Jetzt bist, gibt es keine Gedanken, es gibt nur das, was jetzt ist. Im Hier und Jetzt bleibt die Zeit stehen. Das erreichst Du nicht, wenn Du sagst, ja ich weiß, dass es keine Zukunft gibt, Du musst auch so leben. Wenn es keine Zukunft gibt, wenn Dir das ganz klar ist, dann sind alle Wünsche, Pläne, Ziele, Hoffnungen und Träume verschwunden. Alle “wenn.....dann”-Gedanken existieren nicht mehr.



Darum hat es auch keinen Sinn, zu sagen: “Ich akzeptiere, was jetzt ist, damit es mir besser geht”. Das wäre schon wieder eine Zukunft erschaffen, in der es Dir besser gehen soll. Es gibt diese Zukunft nicht. Du hast nur ein Leben, dieses Leben ist das, was jetzt ist, ohne Vergangenheit, ohne Geschichte, ohne Zukunft. Wenn der Geist still wird, läuft er nicht mehr vorwärts oder rückwärts, sondern bleibt genau hier. Das ist das Jetzt. Es ist nicht diese Sekunde, denn wenn ich glaube, das Jetzt wäre diese Sekunde, dann gibt es auch eine nächste Sekunde und eine vorausgegangene Sekunde und damit eine Zukunft und eine Vergangenheit.



Wenn Du wirklich mal in diesem Moment ankommst, ohne Zukunft und ohne Vergangenheit, wird alles ganz anders sein als Du Dir das jemals vorstellen konntest. Wenn Du wirklich mal in diesem Moment ankommst, weil Du Zukunft und Vergangenheit hast sterben lassen, wirst Du sehen, dass dieser Moment ewig ist und dass Du dieser Moment bist und dass das nichts mit der Zeit zu tun hat.



Warum ist das so schwer? Weil Du Pläne und Ziele und Wünsche hast, denen Du hinterher rennst wie der Esel der Karotte hinterher rennt, die man ihm vor die Nase hält. Das, was Du suchst, wirst Du niemals erreichen, denn Du läufst davor weg. Das, was Du suchst, ist bereits hier, aber dazu musst Du auch hier stehen bleiben. Solange Deine Gedanken sich in Zukunft und Vergangenheit bewegen, solange Du glaubst, dass es eine Zukunft und Vergangenheit gibt, kannst Du nicht hier bleiben. Der Geist ist ruhelos, er springt von einem zum anderen und vom Hundertsten ins Tausendste.

Sei still.

Halt an.

Gib alle Gedanken und Bestrebungen, die in die Zukunft gerichtet sind, auf und lass die Vergangenheit gehen, sie ist sowieso vorbei.

Das Ich ist auch nur ein Gedanke, der davon lebt, irgendwann einmal vollständig zu sein, indem er sich selbst etwas hinzufügt und sagt: Meins! Desto mehr ich habe, desto besser bin ich oder desto mehr ich erreiche, desto besser bin ich. Auch das existiert nicht. Du suchst nur Selbstbestätigung.

Was bleibt ohne Ziele, Pläne, Wünsche, Hoffnungen, Selbstbestätigung, Zukunft und Vergangenheit? Du bleibst. Das, was jetzt ist. Das erfahrbare Leben, das Du bist. Mehr gibt es nicht und gab es nie. Es gibt nur Dich. Ohne Ich.